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Interview mit U18 Trainer Harald Pühringer

Interview mit U18 Trainer Harald Pühringer

"Ich bin manchmal noch zu sehr Spieler!"

Am kommenden Wochenende findet in Hohenlockstedt (Deutschland) die U18 Europameisterschaft der Männer und Frauen statt. Bei den U18-Männern nimmt Harald Pühringer zum dritten Mal bei einem Großereignis auf der Trainerbank Platz. Im Interview spricht er über Motivation, Lehrgeld und seinen Zugang zur Nachwuchsarbeit.

Du warst jahrelang eine fixe Größe im Männer-Nationalteam, bist gerade mit Deinem Verein FBC ASKÖ Linz-Urfahr österreichischer Meister geworden. Seit 2017 bist Du U18-Nationalteamtrainer. Man kann sich vorstellen, dass Du einen großen Teil Deiner Freizeit mit Faustball verbringst. Was motiviert Dich? Was reizt Dich besonders an Deiner Tätigkeit im Nachwuchsbereich?

Mich motiviert einfach unsere Sportart Faustball. Ich mag die Art und Weise, wie miteinander umgegangen wird. Ich habe viele Freunde im Faustball die ich mittlerweile schon über 25 Jahre kenne und so viele schöne Erinnerungen an Ereignisse und Erlebnisse im Faustballsport, die ich nie und nimmer missen möchte. Was mich besonders reizt an der Arbeit mit den Jungs ist, dass es einfach unglaublich Spaß macht. Darüber hinaus kann ich so auch etwas wieder zurückgeben. Es passt einfach vieles zusammen, ich bin noch immer in der Bundesliga als Spieler tätig, dementsprechend sehen mich die Burschen auch immer noch als Aktiven und der eine oder andere möglicherweise (hoffentlich) sogar als Vorbild.

Wie würdest Du Dich als Trainer beschreiben?

Das ist schwer zu beantworten, aber ich befürchte, dass ich von der Einstellung her noch zu sehr Spieler als Trainer bin. Meine Emotionen sind total intensiv, was natürlich für das Pushen der Mannschaft optimal ist. Andererseits fehlt mir aber oft die Fähigkeit, rationale und clevere Entscheidungen zu treffen was das Spielsystem, Aufstellungsvarianten oder Auswechslungen angeht. Da muss ich sicher noch einiges lernen. Lehrgeld habe ich dafür leider schon im Halbfinale der U18 WM in den USA gezahlt, wo wir 2:0 in Sätzen in Führung lagen und dann trotzdem noch verloren haben. Fürchterlich! Wenn ich daran denke, schlafe ich noch immer schlecht. Aber das treibt mich auch an, es besser zu machen. Zum Glück habe ich mit Andreas Woitsch einen sehr erfahrenen Trainer im Team, und auch Christian Koller hat da oft die nötige Objektivität.

Ist in Zukunft eine weitere Trainerkarriere für Dich vorstellbar? Vereinstrainer, U21-Nationalteam oder sogar A-Teamtrainer?

Prinzipiell ja, aber ich denke soweit bin ich noch nicht. Ich möchte aber auch gerade gar nichts anderes machen. Die Arbeit mit den U18 Burschen macht richtig Spaß und ich glaube, dass ich hier aktuell am besten aufgehoben bin und am meisten bewirken kann.

Die Arbeit eines Jugend-Nationalteamtrainers beginnt ja nicht erst mit den Teamtrainings im Herbst. Davor müsst Ihr Talente sichten und einen Vorbereitungskader nominieren. Wie läuft das bei Euch ab? Wie viele Kandidaten gibt es, und wie viele schaffen es in den ersten Vorbereitungskader?

Genau, die Arbeit beginnt mit einem Sichtungstraining, das über den Verband an alle Vereine ausgeschrieben wird. Im vergangenen Herbst hatten wir dazu 49 Anmeldungen. Das freut mich immer besonders, wenn so viele junge Burschen die Ambitionen haben, in das Nationalteam zu kommen. Ganz einfach zu bewerkstelligen ist das allerdings nicht. Es ist nicht einfach, so viele Jungs an einem Tag bzw. Wochenende gebührend zu beurteilen. Wir machen uns das aber auch nicht leicht, denn wir wissen: für die Jungs steht viel auf dem Spiel. Übrig bleiben dann meist so um die 20 Burschen. Da kann man dann schon faustballerische und körperliche Akzente setzen.

Zehn Spieler dürfen am Ende zur EM fahren, der Vorbereitungskader wird also bis zur finalen Nominierung sukzessive reduziert. Wie gehen die jungen Talente mit der Enttäuschung bei Nicht-Nominierung um? Wie gelingt es dem Trainerteam, die Motivation dennoch hoch zu halten?

Eine Nicht-Nominierung ist nie einfach, vor allem weil sich die Jungs mächtig ins Zeug werfen, um dabei zu sein. Oft sind die Unterschiede zwischen den Spielern ganz gering, und bis es zu einer Entscheidung kommt, durchlaufen wir als Trainerteam meistens einen Prozess. Die Jungs an sich gehen meist sehr professionell damit um. Wir versuchen, immer drüber zu reden bzw. ein Feedback zu geben, woran es gescheitert ist.

Die Motivation hoch zu halten ist gefühlt meist kein Problem, man merkt im Team immer, dass die Anspannung steigt, je näher das Event kommt. Das ist gut so, diese gewisse Grundspannung braucht man.

In den U18-Nationalteams ist die Spieler-Fluktuation naturgemäß groß. Dennoch sind noch zwei Spieler vom 2017er Team und gleich sechs Spieler vom 2018er Team im Kader. Welche Strategie steckt da dahinter? Versuchst Du, die Spieler möglichst jung in den Kader zu bringen, um sie über einen möglichst langen Zeitraum aufbauen zu können?

Eigentlich nicht. Ich habe mir von Anfang an vorgenommen, einfach die zehn besten Spieler zu nominieren. Für jeden der Jungs ist so ein Event das absolute Highlight in ihren noch jungen Karrieren, und ich möchte die Nominierung immer unabhängig von Alter, Vereinsherkunft oder Ähnlichem vornehmen.

Im erweiterten Kader sehe ich das schon ein wenig anders. Da möchte ich möglichst viele junge Faustballer dazu motivieren, mehr zu tun, als es normalerweise üblich ist. Der Sprung in die internationale Klasse läuft nur über zusätzliche Faustballtrainings und harte körperliche Arbeit. Das möchte ich den Jungs einimpfen. Ich bin auch schon richtig gespannt, wo die Spieler, die ich ab 2017 betreut habe, im Jahr 2025 stehen.

Wie würdest Du die Qualitäten der Spieler in Deinem Kader beschreiben?

Man sieht, dass die Dynamik zunimmt, und das gefällt mir prinzipiell sehr gut. Viele Spieler sind auch mittlerweile bundesligaerfahren, und das spiegelt sich auch im Niveau wider. Vielen muss ich nicht erklären, dass ein einfacher Ball auf Heber gehört, das ist den meisten klar und das ist gut so. Alle Spieler legen also bereits eine gewisse Cleverness und auch ein gutes Spielverständnis an den Tag.

An dieser Stelle möchte ich aber auch die ausbildenden Vereine loben, welche die schwierige und harte Arbeit haben, die Spieler zu dem formen, was sie sind. Ich habe ja die dankbare Aufgabe, mit den schon sehr gut ausgebildeten Spielern zu arbeiten.

Bei der EM geht es gegen die besten europäischen Nationen Italien, Schweiz und Titelverteidiger Deutschland. Wie schätzt Du die Stärke Eurer Gegner ein?

Ich glaube, dass Deutschland wie immer top sein wird. Italien kann ich leider kaum einschätzen und die Schweiz ist glaube ich heuer eine gefährliche Wundertüte. Du musst gegen alle eine Topleistung bringen. Wir sind aber von unserer eigenen Qualität überzeugt und gehen selbstbewusst in die EM.

Nach EM Silber 2017 und WM Bronze 2018 nimmst Du das dritte Mal bei einem Großereignis auf der Trainerbank Platz. Wir wissen, dass es besonders im Nachwuchsbereich nicht immer um kurzfristige Erfolge und Platzierungen geht. Trotzdem die Frage: welche Platzierung habt Ihr Euch bei der EM als Ziel gesetzt?

Da es unglaublich schwierig ist, dass Leistungsniveau der anderen Nationen vorab einzuschätzen, gebe ich da sehr ungern Prognosen ab. Prinzipiell ist unser Ziel aber immer das Finale, da im Finale immer alles passieren kann. Wenn man es ins Finale schafft, ist auch eine Medaille bereits fix. Das nimmt dann noch zusätzlich Druck.

Steckbrief Harald Pühringer

Alter: 37 Wohnort: Linz
Beruf: Physiker
U18 Männer-Trainer seit: 2017
A-Länderspiele: 34
Nationalteam-Erfolge: Weltmeister 2007, EM-Gold 2008, World Games-Bronze 2009, WM-Bronze 2015

Foto (ÖFBB)

Faustball Team Austria U18m Trainer Harald Pühringer

EFA 2019 Fistball U18 European Championships

13./14.07.2019, Hohenlockstedt (Deutschland)

Webseite Veranstalter: http://www.lolafaustball.de/EM-U18-2019/

Sonderseiten Faustball Austria: https://www.oefbb.at/de/international/intern:711/u18-em-2019

Kader Faustball Team Austria U18 männlich

https://www.oefbb.at/de/nationalmannschaften-faustball/intern:730/maennl.-jugend-u18-2019

11.07.2019 07:02

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