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Interview mit U18 Trainerin Birgit Kempinger

Interview mit U18 Trainerin Birgit Kempinger

Vielfalt, Teamgeist und Spaß am Spiel als EM-Erfolgsrezept

Am kommenden Wochenende findet in Hohenlockstedt (Deutschland) die U18 Europameisterschaft der Männer und Frauen statt. Zum ersten Mal für Faustball Austria auf der Trainerbank sitzt Birgit Kempinger. Im Interview erzählt die Linzerin über Ihr Leben im Faustballsport und gibt interessante Einblicke in die Arbeit mit dem Nachwuchs-Nationalteam.

Du warst jahrelang eine fixe Größe im Frauen-Nationalteam, bist gerade mit Deinem Verein FBC ASKÖ Linz-Urfahr österreichischer Vize-Meister geworden. Seit Dezember bist Du U18-Nationalteamtrainerin. Man kann sich vorstellen, dass Du einen großen Teil Deiner Freizeit mit Faustball verbringst. Was motiviert Dich?

Ich war dank meiner Familie immer schon tief im Faustball verankert. Meine Eltern haben sich im Faustball-Trainerkurs kennen gelernt, mein Onkel mütterlicherseits war früher Frauen Nationalteamtrainer und mein Onkel väterlicherseits war Obmann von ASKÖ Urfahr. Die Faustball-Karriere war für mich und meine Schwester irgendwie der natürliche Schritt.

Was mich aber über all die Jahre im Faustball gehalten hat, war weniger die Familiengeschichte als die Tatsache, dass ich im Faustball viele meiner besten und längsten Freundschaften gefunden habe. Faustballzeit ist für mich gleichzeitig auch Familienzeit, Zeit mit meinen Freundinnen und Freunden und Zeit für mich selbst. Es macht mir einfach Spaß, Faustball zu spielen.

Was reizt Dich besonders an Deiner Tätigkeit im Nachwuchsbereich?

Die Freude und Begeisterung, die ich selbst immer dem Faustballsport gegenüber empfunden habe und noch empfinde, sehe ich auch bei den jungen Mädels. Ich sehe, dass es für sie etwas ganz Besonderes ist, im Nachwuchs-Nationalteam zu spielen. Sie zeigen Engagement und Einsatzbereitschaft, bringen viel Disziplin auf und trainieren hart. Die Spielerinnen sind mit Leidenschaft bei der Sache und beweisen in harten Momenten Ausdauer. All diese Eigenschaften braucht man, um im Faustball an die Spitze zu kommen, und genau das möchte ich den Mädchen vermitteln. Ich habe in meinem Faustballleben immer das Glück gehabt, lauter spitzenmäßige Trainer zu haben, die mir immer auch Vorbilder gewesen sind – sowohl persönlich als auch sportlich. Wenn ich nur einen Bruchteil vom Gelernten an andere junge Spielerinnen weitergeben kann, habe ich mein Ziel erreicht.

Zusätzlich motiviert mich natürlich das super BetreuerInnenteam – bestehend aus meiner Co-Trainerin Laura Priemetzhofer, Physiotherapeutin Kathi Wögerer, dem Sportpsychologen Stefan Aigner und unserem Teamkoordinator Michael Reisenberger. Ehrlicherweise haben wir gemeinsam eine wirklich tolle Zeit!

Wie würdest Du Dich als Trainerin beschreiben?

Ich würde mich als Trainerin eigentlich gleich wie als Spielerin beschreiben: ehrgeizig, leidenschaftlich, diszipliniert, kameradschaftlich, ergebnisorientiert und laut anfeuernd. Ich bin jedenfalls gewillt, ebenso alles zu geben, wie ich es von meinen Spielerinnen verlange.

Ist in Zukunft eine weitere Trainerkarriere für Dich vorstellbar? Vielleicht als Vereins- oder A-Teamtrainerin?

Ich bin aktuell wahnsinnig gerne die U18w Nationalteamtrainerin und kann mir für mich gerade kein besseres Team vorstellen. Ich habe bei der Übernahme der Tätigkeit auch den Vorsatz gefasst, dies – wenn es für alle Seiten passt – für einige Jahre zu machen. Aus heutiger Sicht strebe ich also keine weitere Trainerinnenkarriere an. Was die langfristige Zukunft bringt kann man nie sagen, aber derzeit bin ich sehr glücklich und möchte diesem Team mein volles Engagement widmen!

Die Arbeit einer Jugend-Nationalteamtrainerin beginnt ja nicht erst mit den Teamtrainings im Herbst. Davor müssen Talente gesichtet und ein Vorbereitungs-Kader nominiert werden. Du bist seit Dezember Teamtrainerin, hast also schon einen gewissen Kaderstamm übernommen. Was waren Deine ersten Schritte, was war Dir bei der weiteren Kaderzusammenstellung besonders wichtig?

Die Übernahme erst im Dezember letzten Jahres war natürlich nicht ganz ideal, aber ich hatte das Glück, von meinem Vorgänger Hannes Hieslmair schon einen sehr starken Stammkader übernehmen zu können. Die meisten der Mädchen kannte ich auch aus den Begegnungen in der Bundesliga oder aus dem oberösterreichischen U14 Landeskader, den ich ja bis 2017 trainiert habe. Glücklicherweise war Laura letztes Jahr schon dabei und kannte somit den gesamten Kader.

Natürlich war es für uns aber sehr wichtig, noch eine für alle Vereine offene Sichtung abzuhalten, um insbesondere die Spielerinnen aus anderen Bundesländern besser kennen zu lernen. So konnten sich nochmals vier Mädchen in den Kader spielen. Diese Sichtung werden wir auch zukünftig beibehalten.

Besonders wertvoll ist auch der Austausch mit den Eltern und den Vereinstrainerinnen. Wir sehen die Mädchen ja nur an vergleichsweise wenigen Tagen im Jahr und sind daher dankbar für zusätzliche Eindrücke. Im Zuge des Kick-offs für das EM-Jahr 2019 waren daher auch alle Trainerinnen und Trainer sowie die Eltern eingeladen.

Zehn Spielerinnen dürfen am Ende zur EM fahren, der Vorbereitungskader wird also bis zur finalen Nominierung sukzessive reduziert. Wie gehen die jungen Talente mit der Enttäuschung bei Nicht-Nominierung um? Wie gelingt es dem Trainerteam, die Motivation dennoch hoch zu halten?

Ich habe den Mädchen von Anfang an deutlich gesagt, dass Faustball zwar kein Profi-Sport ist, Nationalteamspielerinnen aber dennoch Leistungssportlerinnen sind. Am Ende zählt die Leistung, die sie auf den Platz bringen. Alle Mädchen, insbesondere die des 20er Kaders, haben über einen längeren Zeitraum sehr intensiv darauf hintrainiert, in den finalen Kader zu kommen und hätten sich eine Nominierung verdient. Schlussendlich müssen wir uns aber für zehn Spielerinnen entscheiden und das in unseren Augen stärkste Team zusammenstellen. Gerade in jungen Jahren sind das aber natürlich oftmals harte Entscheidungen, die auch uns Trainerinnen nicht leichtfallen. Wir stehen im Anschluss an eine Reduzierung immer allen Spielerinnen für direktes Feedback oder auch Begründungen zur Verfügung und hoffen damit, Nachvollziehbarkeit und Akzeptanz zu schaffen.

Traurigkeit und Enttäuschung bei ausgeschiedenen Spielerinnen sind ganz natürliche Gefühle und sie zeigen uns auch, wie sehr die Mädchen das wollten. Wie sich die Spielerinnen in solchen Nominierungssituationen gegenseitig getröstet haben, hat uns unglaublich beeindruckt.

Vom aktuellen Kader war nur Kristina Kreuzer schon in den vergangenen beiden Jahren dabei, ansonsten sehen wir bei der EM neue Gesichter. Eine natürliche, altersbedingte Fluktuation oder eine Art Neustart unter neuer Führung?

Da aus dem letztjährigen WM-Kader viele Stammspielerinnen altersbedingt aus dem Kader gefallen sind, war schon im Vorfeld klar, dass es ein relativ neues Team werden wird. Neu im Nationalteam heißt aber nicht, dass es den Spielerinnen an Erfahrung fehlt. Ganz im Gegenteil, ich weiß nicht, ob es in den letzten Jahren schon mal ein U18w Nationalteam mit derart vielen Stammspielerinnen aus der 1. und 2. Bundesliga gegeben hat. Zwei meiner Mädchen haben schon mehrere Bundesliga Final 3 Events sowie zwei EFA Champions Cups in den Beinen. Viele sind also das Spielen auf höchstem nationalem bzw. sogar europäischem Niveau in der allgemeinen Klasse der Frauen gewöhnt.

Welche Strategie verfolgst Du bei Kadernominierungen?

Am Ende zählt die beste Leistung auf dem Platz, und natürlich überlegen wir uns genau, welcher Spielerinnentyp das Team in welcher Situation am besten unterstützen kann. Anderweitige Strategien wie Alter, Vereins- oder Bundeslandherkunft etc. finde ich den Mädchen gegenüber nicht fair und verfolgen wir definitiv nicht.

Wie würdest Du die Qualitäten der Spielerinnen in Deinem Kader beschreiben?

Ich sehe im aktuellen Team mehrere besonders stark ausgeprägte Qualitäten:

Vielfalt in Bezug auf die Leistungsstärke – ich bin davon überzeugt, dass wir für jede herausfordernde Spielsituation bei der Europameisterschaft eine passende Aufstellung finden werden. Wir haben sehr unterschiedliche und variantenreiche Angreiferinnen, flexible und erfahrene Mittelspielerinnen sowie eine bärenstarke und kampfbereite Abwehrreihe.

Soziale Reife – die Mädchen haben einen sehr stark ausgeprägten Teamgeist und achten wirklich gut aufeinander. In Wettkampfsituationen agieren sie sehr selbstbewusst, zielstrebig und mit Kampfgeist.

Spaß am Spiel – trotz allen Willens und harter Arbeit habe ich das Gefühl, dass die Mädchen alle hier sind, weil sie gerne Faustball spielen und einfach Spaß am Spiel haben. Ich glaube fest daran, dass uns diese gewisse Leichtigkeit sowie die Tatsache, dass wir als neues Team unbeschwert auftreten können, einen kleinen Vorteil gegenüber den Gegnerinnen bringen können.

Bei der EM geht es gegen die europäischen Top-Nationen Schweiz und Titelverteidiger Deutschland. Wie schätzt Du die Stärke Eurer Gegnerinnen ein?

Die Stärke unserer Gegnerinnen ist für mich leider noch die große Unbekannte. Zwar habe ich den Livestream der letztjährigen Jugend-WM verfolgt, aber erstens noch nicht aus Sicht einer Nationalteamtrainerin, und zweitens kann sich auch das Team der Gegnerinnen stark verändert haben. Rein von den Nominierungen her würde ich das deutsche Nationalteam stärker einschätzen als das der Schweizer, die lediglich zwei Angreiferinnen nominiert haben – aber das ist Raten im Dunkeln. Entscheidend ist ohnehin nur, dass wir unsere beste Leistung abrufen. Gelingt uns das nicht, werden wir weder gegen Deutschland noch gegen die Schweiz bestehen.

Du nimmst heuer das erste Mal bei einem Großereignis auf der Trainerbank Platz. Wir wissen, dass es besonders im Nachwuchsbereich nicht immer um kurzfristige Erfolge und Platzierungen geht. Trotzdem die Frage: welche Platzierung habt Ihr Euch bei der EM als Ziel gesetzt.

Einmal durfte ich ja schon bei einem Großevent auf der Trainerinnenbank Platz nehmen, und zwar mit dem Frauen Nationalteam aus Neuseeland bei der WM 2018 in Linz. Und ich denke besonders diese Mannschaft hat gezeigt, wie schön das Gefühl ist und wie viel Spaß so ein Großevent macht, wenn man mit Leidenschaft bei der Sache ist und seine persönlich beste Leistung abruft. Das ist mir persönlich auch für das U18w Nationalteam wichtig.

Wir haben uns daher sowohl im Trainerinnenteam, aber auch gemeinsam mit den Mädchen sehr intensiv mit der Frage nach dem Ziel auseinandergesetzt, unser eigenes Zielbild gezeichnet und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir als Team genauso alles geben und dabei Spaß haben möchten. Als österreichisches Nationalteam haben wir aber natürlich auch einen stark ergebnisorientierten Anspruch und Ziel ist ganz klar das Erreichen des Finales. Finalspiele haben dann immer eigene Regeln und es kann alles passieren – daher ist uns für das Finale dann wichtig, dass wir mit unserer Leistung zufrieden sein können.

Steckbrief Birgit Kempinger

Alter: 31
Wohnort: Linz
Beruf: IT Consultant (Schwerpunkt Health Care Management)
U18 Frauen-Trainerin seit: Dezember 2018
A-Länderspiele: 18
Nationalteam-Erfolge: WM-Bronze 2010, EM-Gold 2012 und 2013

Foto (ÖFBB)

Faustball Team Austria U18w Trainerin Birgit Kempinger

EFA 2019 Fistball U18 European Championships

13./14.07.2019, Hohenlockstedt (Deutschland)

Webseite Veranstalter: http://www.lolafaustball.de/EM-U18-2019/

Sonderseiten Faustball Austria: https://www.oefbb.at/de/international/intern:711/u18-em-2019

 

Kader Faustball Team Austria U18 weiblich

https://www.oefbb.at/de/nationalmannschaften-faustball/intern:729/weibl.-jugend-u18-2019

08.07.2019 12:07

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